Die Hoffnung stirbt nicht

Neulich orakelte ein Journalist schadenfroh, den Christinnen und Christen sei in diesem Jahr zu Ostern wohl das Halleluja in den FFP2-Masken steckengeblieben. Au contraire, mon ami! Ja, wir haben einiges schmerzlich vermisst, was uns lieb und teuer ist. Und nicht nur wir! Aber wer jetzt Menschen belächelt, weil ihnen das Leben schwer ist, der muss schon ein ziemlich selbstzufriedener Krisenprofiteur sein.

Verzichten wir 2021 auf unsere Erkennungsmelodie, das Lob Gottes, das Halleluja? Niemals!

Der Hoffnungslosigkeit überlässt uns der Glaube nicht. Und das hat gerade mit Ostern zu tun, dem Fest der Hoffnung schlechthin. In der größten Erzählung des Christentums wird der schrecklichste und unerbittlichste Feind besiegt, der überhaupt vorstellbar ist: Der Tod. Kann man sich einen größeren Sieg vorstellen? Warum in aller Welt sollte das ein Grund dafür sein, keine Hoffnung zu haben?

Christinnen und Christen landauf, landab und weltweit haben auch in diesem Jahr Ostern gefeiert und das Halleluja gesprochen oder gesungen: In Kirchen, Häusern, im Internet, im Freien, weil sie auch – und gerade – in diesem Jahr Hoffnung haben.

Mir gefällt der Gedanke, das Maß an Hoffnung könne ein Indikator sein für die Güte und Wahrheit der eigenen Grundüberzeugungen. Sollte das stimmen, dann haben uns die letzten Monate (hoffentlich) in vielerlei Hinsicht die Augen geöffnet.

„Die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagt der Volksmund. Falsch! „Die Hoffnung stirbt gar nicht“, sagt sinngemäß die Bibel. Und zwar, weil es gute Gründe gibt, an ihr festzuhalten. Stichwort: Ostern.

Auch wenn mich die elende Maske (und vieles andere) mittlerweile reichlich nervt: Vom Halleluja hält sie mich auch 2021 nicht ab. Und von der Hoffnung schon gar nicht.

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